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Raum wirkt. Über das Büro, das Zuhause und das, was Räume mit uns machen.
Räume verändern, wie wir denken, arbeiten und leben, weit mehr, als den meisten bewusst ist. Genau darum geht es hier.
Ich denke Wohnen und Arbeiten zusammen, immer vom Menschen her. In diesem Blog schreibe ich über beides, über Büros, die das Arbeiten leichter machen, und über ein Zuhause, das zu den Menschen passt, die darin leben.
Dabei teile ich Erfahrungen aus dreißig Jahren, mit konkreten Beispielen, ehrlichen Einblicken und Ideen, die in der Praxis funktionieren. Ob Du gerade Dein Büro neu denkst oder Deinem Zuhause eine klarere Richtung geben willst, hier findest Du Orientierung statt Trendlisten.
Persönlichkeit braucht Raum.

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Frank O. Gehry gehörte unzweifelhaft zur zweiten Kategorie. Er hat uns gelehrt, dass Gebäude nicht nur stehen, sondern atmen können. Dass Formen nicht nur folgen, sondern verführen. Und dass Architektur, wenn man sie lässt, tanzen kann.
Am 5. Dezember 2025 ist Frank Owen Gehry im Alter von 96 Jahren in Santa Monica verstorben. Mit ihm geht eine der eigenwilligsten, mutigsten und poetischsten Stimmen der internationalen Baukunst.
Gehrys Weg war alles andere als vorgezeichnet. Geboren 1929 in Toronto, Sohn polnischstämmiger Juden, arbeitete er als junger Mann in Los Angeles tagsüber als Lastwagenfahrer und besuchte abends die Schule. Sein Architekturdiplom an der University of Southern California USC erwarb er 1954, doch der berufliche Durchbruch ließ auf sich warten. Die Familie hatte ihren Namen geändert, um antisemitischen Anfeindungen zu entgehen, eine Entscheidung, die Gehry später häufig bereute.
Erst in den 1970er und 80er Jahren fand er zu jener Sprache, die ihn weltberühmt machen sollte. Über die Begegnung mit einem Psychiater öffnete sich ihm die Welt der bildenden Kunst. Jasper Johns, Ed Moses, Robert Rauschenberg, Ellsworth Kelly. Gehry lernte, dass Architektur nicht nur Baukunst, sondern Ausdrucksform sein kann. Vielleicht war es genau dieser Kunstbezug, der seine Gebäude so unverwechselbar machte.
Als ich Innenarchitektur in Düsseldorf studierte, war Gehry bereits eine Legende. Für uns Studierende war er nahezu ein mythischer Referenzpunkt. Ein Mensch, der den Mut hatte, die Regeln zu dehnen, zu verdrehen, zu brechen. Während an deutschen Hochschulen die Postmoderne dominierte, zeigte Gehry, dass Architektur nicht zwangsläufig so sein muss. Sie darf provozieren. Sie darf irritieren. Sie darf Freude machen.
Natürlich gab es damals in Europa erst wenige gebaute Werke von ihm. Umso stärker war unser Hunger, diese Architektur mit eigenen Augen zu sehen. Als seine Projekte auch diesseits des Atlantiks entstanden, pilgerte ich hin. Düsseldorf. Hannover. Weil am Rhein. Und schließlich Bilbao.
Das Guggenheim Museum in Bilbao war für mich ein architektonischer Wendepunkt. Ich erinnere mich an das erste Betreten. Das Titan, das Licht, die Bewegung. Die Wellen, die Kanten, die Weite. Er schuf ein eigenes Kunstwerk, das alles in seiner Nähe veränderte.
Viel wurde über den sogenannten Bilbao Effekt geschrieben. Städte hoffen seither, ein einziges ikonisches Bauwerk könne ein ganzes urbanes Ökosystem in Schwung bringen. Doch der Effekt war nie kopierbar, weil er nie nur gestalterisch war. Gehry wurde in Bilbao zur Chiffre für Hoffnung, Erneuerung und kulturelle Kraft.
Gehrys Formen waren intuitiv. Seine Methoden hochgradig handwerklich. Er knetete, schichtete, verwarf. Erst wenn eine Figur innerlich stimmte, ließ er sie weiterarbeiten. Tragwerksplaner rieben sich regelmäßig die Augen. Denn vieles, was Gehry entwarf, galt als unberechenbar im wahrsten Sinne des Wortes, als schwierig, als beinahe unbaubar. Genau diese zumutbare Zumutung machte die Poesie seiner Architektur aus.
Mit dem Guggenheim erreichte er seinen Höhepunkt. Danach entstanden Variationen seiner Formensprache. In Los Angeles die Walt Disney Concert Hall. In Paris die Fondation Louis Vuitton. In Las Vegas das Lou Ruvo Center. Seine Bauwerke blieben Ereignisse, selbst wenn sie die frühen Entdeckungen manchmal nur noch weiterdrehten wie ein Motiv in einer endlosen Improvisation.
In Berlin dann ein Erstaunen. Die DG-Bank am Pariser Platz zeigte sich zunächst als steinerner Block, beinahe streng, geradezu untypisch. Viele vermuteten einen ironischen Kommentar auf das städtische Beharren auf dem Bild eines steinernen Berlins. Im Inneren aber fand man ihn wieder. Den verwundenen, frei modellierten Saal. Die schwebenden Formen. Die tanzenden Fassadenelemente. Gehry konnte, wenn er wollte, mit jedem Regelwerk spielen.
Frank Gehry war nie ein Architekt der leisen Harmonisierung. Er war ein Architekt der Möglichkeiten. Einer, der Räume als Versuchsanordnungen verstand. Einer, der die Grenze zwischen Konstruktion und Kunst absichtsvoll verwischte.
Für mich persönlich war er ein Lehrer, obwohl ich natürlich nie bei ihm studiert habe. Seine Gebäude haben mich geprägt, weit über meine Studienzeit hinaus. Sie haben mich lehren lassen, dass Architektur und Räume Haltung zeigen dürfen. Dass sie Emotionen wecken müssen.
Mit Gehry verliert die Architekturwelt einen Visionär. Aber seine Gebäude bleiben wie Fixsterne in einer sich ständig wandelnden Disziplin. Sie erinnern daran, dass Mut elementar ist. Und dass wir bauen, um zu berühren.
DIE AUTORIN

Kerstin Bethan
Seit 30 Jahren gestalte ich Räume. Räume, die Persönlichkeit sichtbar machen, Haltung zeigen und Menschen ein Gefühl von Identität, Orientierung und Ankommen geben.
Mein Fokus liegt auf Arbeits- und Lebensräumen mit Charakter: Büros, in denen Unternehmenskultur spürbar wird, und Zuhause, die den Alltag tragen und die Persönlichkeit der Menschen widerspiegeln, die darin leben.
Aus Markenwelten, Wohninspirationen, Materialien, Farben und räumlichen Anforderungen kuratiere ich Konzepte, die nicht austauschbar wirken, sondern präzise passen: zu Unternehmen, Familien, Menschen und ihren Werten.
Mit einem sicheren Gespür für Design, Funktion und Atmosphäre entwickle ich Räume, die ästhetisch überzeugen und zugleich wirksam sind. Denn Räume erzählen immer etwas. Die Frage ist nur: was?
Persönlichkeit braucht Raum.
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