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Raum wirkt. Über das Büro, das Zuhause und das, was Räume mit uns machen.

Räume verändern, wie wir denken, arbeiten und leben, weit mehr, als den meisten bewusst ist. Genau darum geht es hier.

Ich denke Wohnen und Arbeiten zusammen, immer vom Menschen her. In diesem Blog schreibe ich über beides, über Büros, die das Arbeiten leichter machen, und über ein Zuhause, das zu den Menschen passt, die darin leben.

Dabei teile ich Erfahrungen aus dreißig Jahren, mit konkreten Beispielen, ehrlichen Einblicken und Ideen, die in der Praxis funktionieren. Ob Du gerade Dein Büro neu denkst oder Deinem Zuhause eine klarere Richtung geben willst, hier findest Du Orientierung statt Trendlisten.

Persönlichkeit braucht Raum.

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Home-Office-Typen erklärt & und wie Du Deinen Arbeitsplatz optimal gestaltest

Home-Office-Typen erklärt & und wie Du Deinen Arbeitsplatz optimal gestaltest

Das beste Home-Office ist das, das zu Deiner Art zu arbeiten passt.

Ob Du zu Hause gut arbeitest, hängt davon ab, wie gut der Platz zu Dir passt.

"Heute richten wir gemeinsam ein Home-Office ein, das auf dem Papier perfekt ist, und schauen, warum sich der Mensch darin trotzdem unwohl fühlt. Wir lernen vier Menschen kennen, die ganz unterschiedlich arbeiten und ganz unterschiedliche Räume brauchen. Wir hören kurz, was eine Studie über selbst gestaltete Arbeitsplätze herausgefunden hat. Und am Ende weißt Du, warum es Dein Home-Office sein muss und nicht das aus dem Einrichtungsmagazin."

Stell Dir ein Home-Office vor: Ein schöner Schreibtisch, ein guter Stuhl, aufgeräumt, hell, genau so, wie man es auf den Bildern sieht, die im Netz als ideales Arbeitszimmer kursieren. Und trotzdem sitzt der Mensch darin und kommt nicht in den Arbeitsmodus, fühlt sich seltsam fremd am eigenen Schreibtisch und weiß nicht, woran es liegt.

Ich sehe das immer wieder. Jemand richtet sich zu Hause einen Arbeitsplatz ein, der einem Vorbild folgt, und übersieht dabei die wichtigste Frage, nämlich wie dieser eine Mensch eigentlich arbeitet.

Es gibt nicht das eine richtige Home-Office

Das ideale Arbeitszimmer, das für alle gleichermaßen funktioniert, ist eine Erfindung der Möbelkataloge. In Wirklichkeit braucht jeder Mensch etwas anderes, um konzentriert und gern zu arbeiten. Was den einen beruhigt, macht den anderen unruhig. Was der eine als anregend erlebt, empfindet der andere als Chaos.

Vier Menschen, vier Arten zu arbeiten

Manche Menschen brauchen vor allem freie Flächen. Auf dem Schreibtisch liegt ein Stift, ein Notizbuch, der Laptop, mehr nicht, weil alles andere sie ablenkt. Für sie ist ein ruhiger, klarer Raum die Voraussetzung, um überhaupt anzufangen. Ein gut gewählter Tisch, ein ordentlicher Stuhl, wenig Farbe, viel Luft.

Andere arbeiten am besten in Bewegung. Mal am Küchentisch, mal im Wohnzimmer, mal auf dem Balkon. Ein fester Arbeitsplatz engt sie eher ein. Sie kommen mit wenigem aus, das mitwandern kann, einem Laptopständer, guten Kopfhörern, einer Ablage, die sich verschieben lässt.

Wieder andere brauchen Tageslicht und Grün. Pflanzen gehören für sie zum Arbeiten dazu, ebenso ein Blick nach draußen, natürliche Materialien, warme Töne. In einem fensterlosen, sterilen Raum verlieren sie schnell die Konzentration.

Und manche brauchen vor allem Wärme und Charakter. Ihr Arbeitsplatz erinnert eher an ein Wohnzimmer als an ein Büro, mit warmem Licht, einem gemütlichen Sessel, vielleicht einem alten Holztisch vom Flohmarkt. Für sie zählt Atmosphäre mehr als die neueste Technik, und in einem kühlen, unpersönlichen Raum fühlen sie sich nie ganz wohl.

Wer seinen Platz selbst gestaltet, arbeitet besser

Diese Beispiele verbindet eines, der Raum passt jeweils zu dem Menschen, der darin arbeitet. Dazu passt eine Studie der University of Exeter. Die Psychologen Craig Knight und Alexander Haslam haben untersucht, wie sich verschiedene Arbeitsumgebungen auf Menschen auswirken. Ein kahler, streng vorgegebener Raum schnitt am schlechtesten ab. Ein Raum mit Pflanzen und Bildern war schon deutlich besser. Am besten aber arbeiteten die Menschen dort, wo sie ihren Platz selbst gestalten durften, bis zu zweiunddreißig Prozent produktiver als im kahlen Raum, ohne mehr Fehler zu machen, und zufriedener obendrein. Sobald man ihnen diese Gestaltung wieder aus der Hand nahm, war der Vorteil dahin.

Das deckt sich genau mit dem, was ich in Wohnungen erlebe. Ein Home-Office wird vor allem dann gut, wenn die Person, die darin arbeitet, sich darin wiederfindet.

Deshalb fange ich nie bei den Möbeln an. Ich frage zuerst, wie Du arbeitest, wann Du konzentriert bist, was Dich ruhig macht und was Dich ausbremst. Wenn ich das verstanden habe, ergibt sich der Raum wie von selbst.

Die meisten von uns sind ohnehin Mischformen, ein wenig Purist, ein wenig Naturmensch, je nach Tag und Aufgabe. Genau deshalb taugt kein Schema von der Stange. Dein Home-Office sollte zu Dir passen, denn davon hängt ab, wie gut Du darin arbeiten und Dich wohlfühlen kannst.

Persönlichkeit braucht Raum.

Kurz zusammengefasst

Es gibt nicht das eine ideale Home-Office, der beste Arbeitsplatz ist der, der zu Deiner Art zu arbeiten passt.

  • Manche brauchen freie Flächen, manche Bewegung und Ortswechsel, manche Tageslicht und Grün, manche Wärme und Charakter.

  • Eine Studie der University of Exeter zeigt, dass Menschen, die ihren Arbeitsplatz selbst gestalten dürfen, bis zu zweiunddreißig Prozent produktiver und zufriedener sind.

  • Ein guter Arbeitsplatz beginnt bei der Frage, wie Du arbeitest, und erst danach bei den Möbeln.

  • So findest Du heraus, was zu Dir passt

  • Beobachte Dich ein paar Tage: Wann arbeitest Du konzentriert, wann lässt Du nach, und wo sitzt Du dann gerade?

  • Frag Dich, was Dich beruhigt und was Dich ablenkt, ob das freie Flächen sind, Bewegung, Grün oder eine gemütliche Atmosphäre.

  • Richte den Platz nach dieser Antwort ein, nicht nach dem, was online als ideales Arbeitszimmer gilt.

  • Gestalte Deinen Arbeitsplatz selbst, statt ein fertiges Vorbild zu übernehmen. Genau das macht laut Forschung den größten Unterschied.

  • Erlaube Dir Mischformen. Die wenigsten Menschen passen in eine einzige Schublade.

Die Homeoffice Typen:

1. Der Purist

  • So bist Du: Du brauchst klare Strukturen, Ordnung und Minimalismus. Auf Deinem Schreibtisch liegt höchstens ein Stift, ein Notizbuch und Dein Laptop. Alles andere lenkt nur ab.

  • So richtest Du Dich ein: Ein neutraler Schreibtisch, ergonomischer Stuhl, viel Weiß oder Grau – fertig. Funktionalität geht über alles.

2. Der Flexible

  • So bist Du: Du arbeitest mal am Küchentisch, mal im Wohnzimmer, mal auf dem Balkon. Hauptsache Abwechslung.

  • So richtest Du Dich ein: Mobile Tools wie Laptop-Ständer, Noise-Cancelling-Kopfhörer und vielleicht ein flexibles Roll-Container-System. Dein Home-Office ist überall dort, wo Du gerade bist.

3. Der Naturfreund

  • So bist Du: Pflanzen sind für Dich nicht Deko, sondern Arbeitskollegen. Du brauchst Tageslicht, Holz, Farben und eine gute Aussicht ins Grüne.

  • So richtest Du Dich ein: Viele Pflanzen, natürliche Materialien, warme Töne. Vielleicht sogar ein kleiner Indoor-Garten oder Kräuter im Arbeitsbereich.

4. Der Kreative

  • So bist Du: Ideen sprudeln, Inspiration ist alles. Dein Schreibtisch ist bunt, ein bisschen chaotisch, aber voller Energie.

  • So richtest Du Dich ein: Moodboards, Farben, wechselnde Objekte, die Dich inspirieren. Du brauchst visuelle Anregung und ein Setting, das Veränderung erlaubt.

5. Der Nostalgiker

  • So bist Du: Du magst es gemütlich und ein bisschen retro. Dein Arbeitsplatz erinnert fast mehr an ein Wohnzimmer als an ein Büro.

  • So richtest Du Dich ein: Warme Lichtquellen, gemütlicher Sessel, vielleicht ein Holzschreibtisch vom Flohmarkt. Atmosphäre ist für Dich wichtiger als High-Tech.

6. Der Technikfreak

  • So bist Du: Ohne die neuesten Tools geht bei Dir gar nichts. Von zwei Monitoren über höhenverstellbaren Tisch bis hin zu smarthome-gesteuertem Licht... Dein Home-Office ist ein kleines Control-Center.

  • So richtest Du Dich ein: Investiere in Gadgets, die Dir Arbeit abnehmen. Smarte Beleuchtung, schnelle Verbindung, clevere Kabelorganisation: Effizienz ist Dein Maßstab.


Mach den Test – und finde heraus, welche Arbeitsumgebung am besten zu Dir passt.


Frage 1: Dein Schreibtisch …

a) ist meistens ordentlich, aber kleine kreative Stapel dürfen liegenbleiben.
b) verändert sich ständig – mal Papier, mal Technik, mal Kaffeetasse.
c) wirkt wie ein Mini-Garten: Pflanzen, Licht, Naturmaterialien.
d) ist eine Mischung aus Arbeit und Wohnen – praktisch, aber auch gemütlich.


Frage 2: Was hilft Dir, in den Arbeitsmodus zu kommen?

a) Ein klarer Plan und feste Strukturen.
b) Bewegung: ein kurzer Spaziergang, ein Standortwechsel.
c) Frische Luft, Licht oder ein Blick ins Grüne.
d) Eine Tasse Tee, ein Foto auf dem Schreibtisch, ein vertrauter Gegenstand.


Frage 3: Was stresst Dich im Home-Office am meisten?

a) Chaos und Unordnung – das lenkt Dich sofort ab.
b) Zu viel Sitzen und Monotonie.
c) Dunkelheit, fehlendes Fenster, sterile Atmosphäre.
d) Kühle, unpersönliche Räume, die keine Wärme ausstrahlen.


Frage 4: Wenn Du an Dein ideales Home-Office denkst …

a) Minimalistisch, aufgeräumt, funktional.
b) Flexibel, wandelbar, vielleicht mit höhenverstellbarem Tisch.
c) Natürlich, hell, mit Pflanzen und Materialien, die Energie geben.
d) Persönlich, gemütlich, ein Raum mit Charakter.


Auswertung

  • Überwiegend a): Der Strukturierte
    Du brauchst Klarheit und Ordnung. Dein Home-Office sollte Dir Ruhe und Fokus schenken – weniger ist für Dich mehr.

  • Überwiegend b): Der Flexible
    Abwechslung bringt Dich in Schwung. Du profitierst von Möbeln, die Bewegung fördern – und von Arbeitsorten, die Du wechseln kannst.

  • Überwiegend c): Der Naturverbundene
    Licht, Grün und natürliche Materialien geben Dir Kraft. Dein Home-Office ist ein Ort, der Dich mit Energie auflädt.

  • Überwiegend d): Der Persönliche
    Gemütlichkeit ist für Dich kein Luxus, sondern Grundbedingung. Wärme, Individualität und ein Hauch Nostalgie machen Dich produktiv.


👉 Extra:
Viele Menschen sind Mischtypen. Erkennst Du Dich in mehreren Beschreibungen wieder? Dann ist das ein Zeichen dafür, dass Dein Home-Office mehrschichtig auf Dich zugeschnitten sein sollte – nicht „Schema F“.

Häufige Fragen

Ich habe mein Home-Office schön eingerichtet, trotzdem arbeite ich zu Hause schlecht. Woran liegt das?

In vielen Fällen daran, dass der Raum zwar schön ist, aber nicht zu Deiner Art zu arbeiten passt. Der eine braucht freie Flächen und Ruhe, der andere Bewegung oder Tageslicht. Schau, wann Du wirklich konzentriert bist, und richte den Platz danach aus.

Quellenangaben

Craig Knight und Alexander Haslam, University of Exeter, „The Relative Merits of Lean, Enriched, and Empowered Offices", Journal of Experimental Psychology: Applied (2010): Wer seinen Arbeitsplatz selbst gestalten darf, arbeitet bis zu 32 Prozent produktiver als in einem kahl vorgegebenen Raum, bei höherer Zufriedenheit und ohne mehr Fehler.

https://www.researchgate.net/publication/44689760_The_Relative_Merits_of_Lean_Enriched_and_Empowered_Offices_An_Experimental_Examination_of_the_Impact_of_Workspace_Management_Strategies_on_Well-Being_and_Productivity 

Viele Grüße
Kerstin


DIE AUTORIN

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Kerstin Bethan

Seit 30 Jahren gestalte ich Räume. Räume, die Persönlichkeit sichtbar machen, Haltung zeigen und Menschen ein Gefühl von Identität, Orientierung und Ankommen geben.

Mein Fokus liegt auf Arbeits- und Lebensräumen mit Charakter: Büros, in denen Unternehmenskultur spürbar wird, und Zuhause, die den Alltag tragen und die Persönlichkeit der Menschen widerspiegeln, die darin leben.

Aus Markenwelten, Wohninspirationen, Materialien, Farben und räumlichen Anforderungen kuratiere ich Konzepte, die nicht austauschbar wirken, sondern präzise passen: zu Unternehmen, Familien, Menschen und ihren Werten.

Mit einem sicheren Gespür für Design, Funktion und Atmosphäre entwickle ich Räume, die ästhetisch überzeugen und zugleich wirksam sind. Denn Räume erzählen immer etwas. Die Frage ist nur: was?

Persönlichkeit braucht Raum.

Du hast einen Raum, der noch nicht stimmt? Lass uns gemeinsam draufschauen.

© 2026 Kerstin Bethan Interior