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Raum wirkt. Über das Büro, das Zuhause und das, was Räume mit uns machen.
Räume verändern, wie wir denken, arbeiten und leben, weit mehr, als den meisten bewusst ist. Genau darum geht es hier.
Ich denke Wohnen und Arbeiten zusammen, immer vom Menschen her. In diesem Blog schreibe ich über beides, über Büros, die das Arbeiten leichter machen, und über ein Zuhause, das zu den Menschen passt, die darin leben.
Dabei teile ich Erfahrungen aus dreißig Jahren, mit konkreten Beispielen, ehrlichen Einblicken und Ideen, die in der Praxis funktionieren. Ob Du gerade Dein Büro neu denkst oder Deinem Zuhause eine klarere Richtung geben willst, hier findest Du Orientierung statt Trendlisten.
Persönlichkeit braucht Raum.

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"Heute schauen wir uns an, warum Farbe auf uns wirkt, lange bevor wir bewusst hinsehen, und warum man sie erleben muss, um das zu verstehen. Wir hören kurz, was einer der führenden Farbforscher dazu sagt. Wir klären, warum im Raum eine einzige gut gesetzte Farbe mehr bewirkt als zehn beliebige. Und am Ende weißt Du, warum Du Dein Büro oder Dein Zuhause besser nicht mit Farbe überlädst."
Die meisten Menschen behandeln Farbe als Geschmackssache. Man mag Blau oder eben nicht, man findet ein Grün schön oder zu kräftig, und damit scheint das Thema erledigt. Dabei beginnt die Wirkung von Farbe lange, bevor wir überhaupt anfangen, über sie nachzudenken.
Ich erlebe das in jedem Raum, den ich betrete. Eine Farbe stimmt mich ein, noch bevor ich weiß, warum, und erst danach suche ich nach Gründen, warum ich mich hier wohlfühle oder eben nicht.
Axel Buether, Professor an der Bergischen Universität Wuppertal und einer der führenden Farbexperten im deutschsprachigen Raum, beschreibt, dass wir Farben zu einem überwältigenden Teil unbewusst wahrnehmen, zu etwa neunundneunzig Prozent. Farbe wirkt schneller, als wir denken können, und greift bis in körperliche Vorgänge ein, in Herzschlag, Atmung und Blutdruck. Was wir für reinen Geschmack halten, ist zu einem guten Teil eine Reaktion, die längst abgelaufen ist, bevor der Verstand sich meldet.
Genau deshalb lässt sich Farbe schwer im Vorbeigehen erklären. Man kann lange über Farbwirkung reden, über warme und kühle Töne, über Kontraste. Verstanden hat man sie erst, wenn man sie am eigenen Leib spürt, wenn man merkt, wie ein tiefes Blau einen ruhiger macht oder ein kräftiges Gelb einen Menschen sofort wacher werden lässt.
So gehe ich auch in meinen Workshops vor. Statt Folien zu zeigen, lasse ich die Menschen Farbe ausprobieren, an konkreten Beispielen aus ihrem eigenen Alltag. Welche Farbe tut Dir gut, welche macht Dich unruhig, welche passt zu Deinem Team und welche überhaupt nicht. Diese Fragen klären sich im Erleben, beim Ausprobieren, im direkten Vergleich.
Und hier kommt etwas, das viele überrascht. Mehr Farbe bedeutet nicht mehr Wirkung. Im Gegenteil. Wer ein Büro oder ein Zuhause mit vielen Farben, Mustern und Ideen vollpackt, erreicht damit das Gegenteil von dem, was er wollte. Der Raum wird unruhig, das Auge findet keinen Halt.
Viel wirksamer ist ein einziger, klar gesetzter Farbimpuls an der richtigen Stelle. Eine farbige Wand dort, wo Konzentration entstehen soll. Ein warmer Ton da, wo Menschen zusammenkommen. Schon ein einzelnes farbiges Element kann einen Raum beruhigen oder wacher machen, und das spürbar stärker als ein ganzes Farbkonzept.
Farbe wirkt also immer, ob wir sie bewusst einsetzen oder dem Zufall überlassen. Genau dabei unterstütze ich, im Büro wie im Zuhause, mit so wenig Farbe wie möglich und so viel wie nötig, an genau den Stellen, wo sie etwas bewegt.
Persönlichkeit braucht Raum.
Wir nehmen Farbe zu einem großen Teil unbewusst wahr, und sie wirkt auf Stimmung, Konzentration und sogar auf Herzschlag und Atmung.
Was wir für reine Geschmackssache halten, ist zu einem guten Teil eine Reaktion, die abläuft, bevor wir bewusst nachdenken.
Farbwirkung versteht man erst, wenn man sie selbst erlebt.
Im Raum wirkt ein einziger, gut gesetzter Farbimpuls stärker als viele Farben auf einmal.
So setzt Du Farbe im Raum ein
Fang klein an, mit einem einzigen klaren Farbimpuls an der richtigen Stelle, statt den Raum mit vielen Farben zu füllen.
Setz kräftige Farbe dort, wo sie etwas bewirken soll, zum Beispiel Ruhe an einem Ort für Konzentration.
Probiere Farben im Raum aus, statt sie nur am Bildschirm auszusuchen. Ihre Wirkung zeigt sich erst vor Ort, bei Tageslicht und am Abend.
Achte auf Dich selbst. Welche Farbe tut Dir gut, welche macht Dich unruhig? Das ist der beste Maßstab.
Ich möchte mit Farbe arbeiten, habe aber Angst, dass es zu viel wird. Wie fange ich an?
Mit einem einzigen Farbimpuls an einer Stelle, die Dir wichtig ist. Eine Wand, ein Möbelstück, ein Vorhang. Probier die Farbe im Raum aus, bei Tageslicht und am Abend, und schau, wie sie auf Dich wirkt. Lieber wenig und gezielt als viel auf einmal.
Viele Grüße
Kerstin
Quellenangaben
Axel Buether, Professor für visuelle Kommunikation an der Bergischen Universität Wuppertal und führender Farbexperte im deutschsprachigen Raum: Farben werden zum überwiegenden Teil unbewusst wahrgenommen und wirken auf Empfinden, Verhalten und Körper. Buchtipps: Axel Buether, „Die geheimnisvolle Macht der Farben".
https://www.amazon.de/Die-geheimnisvolle-Macht-Farben-beeinflussen/dp/3426277875
Klausbernd Vollmar, „Das große Buch der Farben"
https://www.amazon.de/gro%C3%9Fe-Buch-Farben-Klausbernd-Vollmar/dp/3868261095
DIE AUTORIN

Kerstin Bethan
Seit 30 Jahren gestalte ich Räume. Räume, die Persönlichkeit sichtbar machen, Haltung zeigen und Menschen ein Gefühl von Identität, Orientierung und Ankommen geben.
Mein Fokus liegt auf Arbeits- und Lebensräumen mit Charakter: Büros, in denen Unternehmenskultur spürbar wird, und Zuhause, die den Alltag tragen und die Persönlichkeit der Menschen widerspiegeln, die darin leben.
Aus Markenwelten, Wohninspirationen, Materialien, Farben und räumlichen Anforderungen kuratiere ich Konzepte, die nicht austauschbar wirken, sondern präzise passen: zu Unternehmen, Familien, Menschen und ihren Werten.
Mit einem sicheren Gespür für Design, Funktion und Atmosphäre entwickle ich Räume, die ästhetisch überzeugen und zugleich wirksam sind. Denn Räume erzählen immer etwas. Die Frage ist nur: was?
Persönlichkeit braucht Raum.
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