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Raum wirkt. Über das Büro, das Zuhause und das, was Räume mit uns machen.

Räume verändern, wie wir denken, arbeiten und leben, weit mehr, als den meisten bewusst ist. 

Es gibt mehr Inspiration zum Wohnen und Arbeiten als je zuvor, und immer weniger Orientierung. Genau die findest Du hier.

In diesem Blog geht es um beides, um das Büro und um das Zuhause, und um die Frage, wie wir in Zukunft leben und arbeiten wollen. Mit konkreten Beispielen, ehrlichen Einblicken und Ideen, die in der Praxis funktionieren, statt mit der nächsten Trendliste.

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Hello 2026! Mein Ausblick auf das kommende Jahr. Was kommt, was bleibt, was kann gehen?

Hello 2026! Mein Ausblick auf das kommende Jahr. Was kommt, was bleibt, was kann gehen?

Freude an der Arbeit entsteht auch aus den Bedingungen, unter denen Menschen täglich arbeiten.

"Heute, zum Jahreswechsel, sortieren wir, was in unseren Büros bleiben darf und was getrost gehen kann. Wir gehen der Frage nach, warum manche Menschen gern zur Arbeit kommen und andere abends nur erschöpft nach Hause. Wir hören kurz, was die Forschung über Lärm, Müdigkeit und Motivation sagt. Und am Ende weißt Du, warum Freude an der Arbeit weniger mit Motivationssprüchen zu tun hat als mit den Bedingungen, unter denen gearbeitet wird."

Zum Jahresbeginn werde ich immer wieder gefragt, was Unternehmen tun können, damit Mitarbeitende wieder mehr Freude bei der Arbeit empfinden. Gemeint ist dabei kaum kurzfristige Motivation oder oberflächliche Zufriedenheit. Es geht um etwas anderes, um dieses ruhige, stabile Gefühl, gern zur Arbeit zu kommen, sich einbringen zu wollen, Teil von etwas Sinnvollem zu sein.

Was kommen darf

Kommen darf aus meiner Sicht ein genauerer Blick auf die Bedingungen, unter denen Menschen täglich arbeiten. Denn Räume beeinflussen weit mehr, als uns bewusst ist. Sie prägen unser Denken, unser Miteinander und die Verfassung, in der wir einen Arbeitstag verlassen. Wertschätzung beginnt genau hier.

Viele Organisationen richten ihren Blick verständlicherweise auf Ziele, Strategien und Kennzahlen. Das ist notwendig. Daneben lohnt es sich, ein paar Fragen zuzulassen, die in keiner Excel-Tabelle stehen. Wie fühlt sich Arbeit bei uns an? Wo entsteht Leichtigkeit, wo Reibung, wo eine Erschöpfung, die lange unbemerkt bleibt?

Was bleiben darf

Bleiben sollte der Blick auf den Menschen, die Einsicht, dass Leistung dann entsteht, wenn die Bedingungen stimmen. An Orten, an denen Konzentration möglich ist. Wo Austausch unterstützt, statt zu stören. Wo ein Arbeitstag einen am Abend nicht völlig leer zurücklässt und manchmal sogar etwas zurückgibt.

Bleiben sollte auch die Bereitschaft, genauer hinzusehen. Ein unruhiges, unkonzentriertes Team ist nicht automatisch unmotiviert, und eine wiederkehrende Erschöpfung ist nicht automatisch persönliches Versagen. Die Ursachen liegen tiefer, in Strukturen, Prozessen und Räumen, die unauffällig wirken und doch jeden Tag Einfluss nehmen, ohne dass es jemandem bewusst wird.

Wie stark dieser Einfluss ist, zeigt die Forschung zum Thema Lärm. Die Umweltpsychologin Helena Jahncke hat mit ihrem Team untersucht, was Bürolärm mit Menschen macht, und festgestellt, dass dieselbe Arbeit in lauter Umgebung müder und unmotivierter macht als in ruhiger, bei messbar höheren Stresswerten. Genau das erlebe ich in Projekten. In einem Büro sagte mir ein Mitarbeiter nach einigen Wochen: Es ist nichts Spektakuläres passiert, aber ich gehe abends nicht mehr so erschöpft nach Hause. Verändert hatten wir vor allem die Akustik.

Was gehen darf

Gehen darf dagegen einiges. Etwa die Vorstellung, dass Arbeit nur dann wirksam ist, wenn sie laut, dicht und maximal ausgelastet wirkt. Oder die Gleichsetzung von Anwesenheit mit Produktivität. Und die Haltung, einen Raum als bloße Hülle zu sehen, statt als einen Teil der Arbeitskultur, der jeden Tag eine Rolle spielt.

Am Ende eines Jahres geht es weniger um neue Ziele als um die Grundlage dafür, dass Menschen diese Ziele gern mittragen. Und diese Grundlage entsteht zu einem guten Teil im Raum.

Mein Wunsch für das neue Jahr ist, dass wir Arbeitsumgebungen stärker als das begreifen, was sie sind, als Spiegel unserer Haltung und als wirkungsvollen Hebel für Motivation und Gesundheit.

Danke für die Gespräche, Projekte und Begegnungen des vergangenen Jahres. Ich freue mich auf alles, was wir gemeinsam weiterdenken.

Persönlichkeit braucht Raum.

Kurz zusammengefasst

  • Gern zur Arbeit zu kommen hat weniger mit Motivationssprüchen zu tun als mit den Bedingungen, unter denen gearbeitet wird.

  • Ein unruhiges oder erschöpftes Team ist nicht automatisch unmotiviert, die Ursachen können im Raum stecken.

  • Lärm macht müder und unmotivierter, und gute Akustik kann einen Arbeitstag spürbar leichter machen.

  • Ein Raum ist nie eine bloße Hülle, er wirkt jeden Tag mit, in die eine oder die andere Richtung.

Häufige Fragen

Warum sind meine Leute abends so erschöpft, obwohl der Tag gar nicht so voll war?

In vielen Fällen liegt es an der Umgebung. Dauernder Lärm und ständige Störungen kosten über den Tag mehr Kraft, als man im Moment merkt, und machen müder und unmotivierter. Schon eine bessere Akustik und ruhige Bereiche zum Arbeiten ändern das spürbar.

Viele Grüße
Kerstin

Quellenangaben:

Helena Jahncke & David Hallman: „Objective measures of cognitive performance in activity based workplaces and traditional office types", Journal of Environmental Psychology (2020). Befund: Mitarbeitende in offenen Büros ohne Rückzugsmöglichkeiten erbrachten 14–22 % schlechtere Konzentrationsleistung als in ruhigen Bereichen.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33052159/


DIE AUTORIN

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Seit dreißig Jahren gestalte ich als Diplom-Ingenieurin für Innenarchitektur Räume, in denen Menschen gern arbeiten und gern leben. Ob Büro oder Zuhause, ich gehe dabei immer von den Menschen aus, die den Raum nutzen, und frage zuerst, wie jemand wirklich lebt und arbeitet, lange bevor es um Material, Farbe oder Möbel geht.

 

Mein Schwerpunkt liegt auf Arbeits- und Lebensräumen mit Charakter. Büros, in denen man gern und gut arbeitet, und ein Zuhause, das zum Leben der Menschen passt, die darin wohnen, und ihre Persönlichkeit widerspiegelt.

 

Aus den Anforderungen eines Raums, aus Materialien, Farben und der Art, wie Menschen ihn nutzen wollen, entwickle ich Konzepte, die genau passen, zu einem Unternehmen, zu einer Familie, zu einem bestimmten Menschen und dem, was ihm wichtig ist.

 

Ein Raum entscheidet jeden Tag mit, wie wir uns fühlen und was uns gelingt. Genau dort setze ich an.

 

Persönlichkeit braucht Raum.

Du hast einen Raum, der noch nicht stimmt? Lass uns gemeinsam draufschauen.

© 2026 Kerstin Bethan Interior