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Raum wirkt. Über das Büro, das Zuhause und das, was Räume mit uns machen.
Räume verändern, wie wir denken, arbeiten und leben, weit mehr, als den meisten bewusst ist.
Es gibt mehr Inspiration zum Wohnen und Arbeiten als je zuvor, und immer weniger Orientierung. Genau die findest Du hier.
In diesem Blog geht es um beides, um das Büro und um das Zuhause, und um die Frage, wie wir in Zukunft leben und arbeiten wollen. Mit konkreten Beispielen, ehrlichen Einblicken und Ideen, die in der Praxis funktionieren, statt mit der nächsten Trendliste.

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Neulich saß ich bei einem Kunden im Besprechungsraum. Ein normales Meeting, etwa eine Stunde, mehrere Personen am Tisch, konzentrierte Diskussion. An der Wand ein kleines CO₂-Messgerät. Unauffällig, aber eindeutig. Gegen Ende der Besprechung sprang die Anzeige auf Rot.
Kein Drama. Aber ein sehr klares Signal.
Die Luft war verbraucht. Und mit ihr spürbar auch die Konzentration. Gedanken wurden träger, Sätze länger, Entscheidungen zäher. Was das Gerät sichtbar machte, war längst im Raum angekommen.
CO₂ ist kein Schadstoff im klassischen Sinn, aber ein verlässlicher Indikator für Raumluftqualität. In Innenräumen steigt die CO₂-Konzentration vor allem durch die Anwesenheit von Menschen. Je höher der Wert, desto geringer ist in der Regel der Frischluftanteil.
Der allgemein anerkannte Richtwert liegt bei maximal 1.000 ppm CO₂. Ab diesem Punkt nehmen laut arbeitswissenschaftlichen Untersuchungen Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Leistungsabfall deutlich zu . In Besprechungsräumen wird dieser Wert oft schneller erreicht, als man denkt.
Was im Alltag gern übersehen wird: Schlechte Luft ist kein individuelles Befinden, es betrifft alle im Raum gleichzeitig.
Erhöhte CO₂-Konzentrationen wirken sich messbar negativ auf Aufmerksamkeit, geistige Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden aus . Gleichzeitig beeinflusst das Raumklima auch das Immunsystem. Zu trockene oder schlecht belüftete Räume erhöhen die Anfälligkeit für Infekte .
Meetings ohne Lüftungspausen sind daher nicht nur ineffizient, sie sind aus arbeitsmedizinischer Sicht schlicht kontraproduktiv.
Ein CO₂-Messgerät schafft Bewusstsein. Es übersetzt subjektives Empfinden in objektive Werte. Und genau das ist entscheidend.
Ich empfehle daher, insbesondere für kleine Besprechungsräume, eine dauerhafte oder regelmäßige Überwachung der Raumluftparameter, um frühzeitig reagieren zu können . Lüften wird damit nicht zur lästigen Unterbrechung, vielmehr zu einem selbstverständlichen Bestandteil guter Meetingkultur.
Kurze Pausen, Fenster auf, Luftwechsel. Kein großes Tamtam. Sehr wirksam.
Als Innenarchitektin erlebe ich immer wieder, wie stark Raumklima, Akustik, Licht und Möblierung zusammenspielen.
Raumluft ist Teil der Arbeitsumgebung. Und damit Teil der Verantwortung von Unternehmen. Wer konzentriertes Arbeiten erwartet, muss die Bedingungen dafür schaffen. Dazu gehört neben Ergonomie und Akustik eben auch die Qualität der Luft.
Das kleine rote Licht im Besprechungsraum war ein Warnsignal, ein Reminder.
Gute Arbeit braucht Pausen. Gute Meetings brauchen Frischluft.
Vielleicht ist ein CO₂-Messgerät kein Designobjekt. Aber es ist ein ziemlich ehrlicher Spiegel dessen, wie ernst wir es mit Konzentration, Gesundheit und Wertschätzung im Arbeitsalltag meinen.
DIE AUTORIN

Seit dreißig Jahren gestalte ich als Diplom-Ingenieurin für Innenarchitektur Räume, in denen Menschen gern arbeiten und gern leben. Ob Büro oder Zuhause, ich gehe dabei immer von den Menschen aus, die den Raum nutzen, und frage zuerst, wie jemand wirklich lebt und arbeitet, lange bevor es um Material, Farbe oder Möbel geht.
Mein Schwerpunkt liegt auf Arbeits- und Lebensräumen mit Charakter. Büros, in denen man gern und gut arbeitet, und ein Zuhause, das zum Leben der Menschen passt, die darin wohnen, und ihre Persönlichkeit widerspiegelt.
Aus den Anforderungen eines Raums, aus Materialien, Farben und der Art, wie Menschen ihn nutzen wollen, entwickle ich Konzepte, die genau passen, zu einem Unternehmen, zu einer Familie, zu einem bestimmten Menschen und dem, was ihm wichtig ist.
Ein Raum entscheidet jeden Tag mit, wie wir uns fühlen und was uns gelingt. Genau dort setze ich an.
Persönlichkeit braucht Raum.
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